SA 21:15 – 22:00 | Kaserne Rosstall
Kunstvoller Hybrid-Pop mit politischem Anliegen
Prosopagnosie bezeichnet die Unfähigkeit, Menschen anhand ihres Gesichts zu erkennen.
für Patient*innen mit dieser Eigenschaft sind Personen nicht sofort eindeutig erkennbar. Für die Schweizer Singer-Songwriterin GINA ÉTÉ ist diese eigentümliche Eigenschaft die Inspiration für ihr zweites Album, dem sie den Titel “Prosopagnosia” gegeben hat. “Ich erkenne Mitmenschen manchmal nicht wieder, auch wenn ich sie schon lange kenne. Ausgehend davon habe ich mich gefragt, ob man dies statt als Krankheit nicht auch als Geschenk oder Gabe ansehen könnte, weil man auf diese Weise eine Person immer wieder aufs Neue kennen lernt und ohne Vorurteile anschaut – zum Beispiel im Hinblick auf Rassismus oder Sexismus”, erzählt die Musikerin.
Dass GINA ÉTÉ in ihrer Kunst stets Politik und Gesellschaft mitdenkt, bewies sie schon mit ihrem beeindruckenden Debütalbum “Erased By Thought” von 2021. In “Trauma” fragt sie nach den psychischen Spuren einer Flucht aus Syrien nach Europa, in “All or Nothing” thematisiert sie die Klimakrise, der Song “Mauern” ihrer EP “Oak Tree” war ihr Abgesang auf Donald Trump. Der ebenso komplexe wie catchy Hybrid- Pop brachte ihr Vergleiche mit Radiohead und Björk ein: rhythmisch vertrackt, genre-fluid, mit Einflüssen aus Klassik und Jazz. Kein Wunder, dass die studierte Bratschistin regelmäßig von Acts gebeten wird, für Streichbesetzungen zu arrangieren (Sophie Hunger, Panda Lux) oder bei Live-Shows zu unterstützen. So begleitet sie etwa Schweizer Indie-Größen wie Faber, Black Sea Dahu oder To Athena auf Tour, ebenso wie den kanadischen Singer-Songwriter und Filmkomponisten Patrick Watson.
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