AMIXS

SA 20:15 – 21:00 | Schall und Rauch

Amixs, das Steinli im Wanderschuh der Schweizer Selbstgefälligkeit – die Mundart-Synth-Wave-Lieblinge sind zurück mit ihrem neusten Streich in Albumlänge! «Konjunktur Trochemuur» spinnt ihre charmant-skurrile Zauberformel weiter und durchleuchtet Schweizer Kleinkariertheitstugenden einmal mehr mit dem heftig funkelnden Wave/Disco/NDW-Kaleidoskop. Die gleichermassen liebenswürdige wie scharfsinnige Anarcho-Kombo hat es mit dem neuen Album auf die mittelländischen Steingärten abgesehen, die sie mit lädierter Discokugel, knackendem Verstärker und leiernden Synthesizern besetzen, bis der Quartierverein die Notsitzung einberuft.

Nach ihrem grandiosen «Bahnhof Buffet Olten» (2021) hat das Trio wieder an einem Longplayer geschraubt, der sich nicht minder schmissig anhört wie das Debut, jedoch vermehrt lieber die düsteren Industrial-Synths hervorkramt und funky Riffs etwas weniger einsetzt – Weltgeschehen, bist du’s? «Konjunktur Trochemuur» ist ein subversives Synth-Wave-Spektakel mit vielen Ohrwurm-Momenten, das Low Budget, Impro und DIY mit grossen Pop-Gesten paart – Hinterhof-Falcos im besten Sinne. Mit ihrer unverkrampft politischen Attitude stören Amixs einmal mehr gerne die bünzligen Geselligkeiten und Selbstverständlichkeiten, um dem latenten Late Stage Capitalism Schnippchen zu schlagen. Männerbilder auf dem Abstellgleis («Speedos», «Gempenblick»), nationales Gärtlidenken («Konjunktur Trochemuur»), doppelmoralischer Engstirn («Neui Sachlichkeit»), kapitalistisch kalkulierte Lebensfreude («Schnitzelbrot», «Architekt*in») – Amixs zeigen mit fein gezeichneten Alltagsbildern die Absurditäten des Jetzt auf und rütteln zu treibenden Casio-Bässen mit viel subversiver Lust an unseren gesellschaftlichen Wohlstandspfeilern und moralischen Anker.

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