Heute erschien in der BaZ ein ganzseitiger Artikel zur BScene mit der Überschrift “Misstöne in der Musikszene”, in dessen erster Hälfte der Autor recht spekulativ darüber sinniert, wohin die Einnahmen aus 8’500 verkauften Tickets verschwinden, nur um dann Entwarnung zu geben und sich im Rest des Artikels zwei zentralen Kritikpunkten zu widmen: Ausländische Bands sind unnötig und die BScene kollidiert wieder mit M4Music. Dazu nur zwei Punkte: Die Kollision mit dem Zürcher Festival bedauern wir als Musikfans ebenso, wie alle anderen Beteiligten. Das abzuwenden war uns aber trotz aller Koordinations-Bemühungen aufgrund höherer Mächte (Schiffbau Zürich) nicht möglich. Und dass “in den Medien (…) oft kritisch hinterfragt” wurde, wenn ausländische Bands auftreten trifft vor allem dann zu, wenn der Begriff “Medien” mit der BaZ gleichgesetzt wird.
Wir haben den Autor bisher als Freund unseres Festivals wahrgenommen, schliesslich stand er bereits zig Mal in unterschiedlichsten Formationen auf einer BScene-Bühne. Wir hoffen nicht, dass der Kulturwandel in der BaZ-Redaktion so weit fortgeschritten ist, dass man im Interesse eines reisserischen Titels auf dem Renommée einer funktionierenden kulturellen Institution herumtrampelt und dabei bewusst Kollateralschäden bei einer breiten Öffentlichkeit in Kauf nimmt. Das wären Arbeitsbedingungen, die man niemandem wünscht, insbesondere keinem Freund.
Kritische Fragen sind völlig in Ordnung und ja, im administrativen Bereich sehen wir selbst durchaus Verbesserungspotential, das ist seit längerem erkannt und wir arbeiten daran – ob mit oder ohne BaZ-Recherchen. Aber wenn wir uns aufgrund unserer chronischen Ressourcenknappheit zwischen der Überarbeitung von Paragraph 17 der Vereinsstatuten und einem grossartigen Festival entscheiden müssen, gewinnt letzteres. Immer.
Bands, Clubs, Besucher, Helfer, Gönner, Freunde: eure Meinung ist uns wichtig. Falls euch der Artikel in irgendeinem Aspekt aus dem Herzen spricht, falls ihr irgendein anderes Problem mit uns und/oder der BScene habt, dann lasst es uns wissen. Entweder in den Kommentarspalten hier, per Email, Telefon, Brief. Antworten können wir aber erst nach dem Wochenende. Jetzt zählt nämlich nur eins: Ein grossartiges Festival. Wir freuen uns darauf.
Team BScene
Update: Die Story ist jetzt auch online zugänglich.
Mimosen.
Liebes OK
Lasst euch nicht beindrucken von einem solch schwachen Artikel. Schade ist, dass eine Basler Zeitung in der eigenen Stadt schlechte Stimmung schaffen möchte. Wirklich sehr peinlich. Wir zeigen es denen mit einer super Stimmung und freuen uns auf morgen.
Eher schwach, einen Szenen Journalisten schlecht zu reden und sich mit lauten Tönen hinter “Team BScene” zu verstecken. Der Baz Bericht zeigt nur die Facts auf.
@reto: es ist doch eher schwach, wenn ein szene journalist seitenlang spekuliert, auch wenn die echten fakten dann nur so mickrig sind.
ich finde überhaupt nicht, dass der journalist hier schlecht geredet wird. es ist doch legitim, wenn die organisatoren ihre sicht der dinge darlegen.
ich sage auf jeden fall: danke für euren einsatz.
So negativ ist der BaZ-Artikel doch gar nicht? Ihr räumt ja selber ein, dass kritische Fragen völlig in Ordnung sind, deshalb versteh ich eure bedupfte Reaktion nicht ganz.
Reisserisch finde ich eher die plumpe Verbidnung, dieser Artikel sei in einem reisserischen Somm-Baz-Stil geschrieben. Im Gegenteil: Ich finde der Artikel legitimiert die Bscene deutlich. Ich lese ihn nicht gegen sondern für.
das “team bscene” benimmt sich wie das regime eines totalitären states. kritik ja, aber nur wenn sie positiv ist. wer unbequeme fragen stellt ist automatisch ein feind der bscene. dass die bscene durch ihre intransparenz bei den basler musikern bereits einiges an vertrauen verloren hat, wird einfach ausgeblendet. wenn ein verein mit hunderttausenden franken rumjongliert, hat transparenz erste priorität. alles andere sind faule ausreden. auf dem (seriös recherchierten) baz-artikel herumzuhacken ist ein reines ablenkungsmanöver.
herr künzel, ich verbitte mir solche vergleiche.
Die Unprofessionalität, die ich als Musiker an der BScene 2012 erlebt habe, übersteigt alles bisher Gekannte. Dass man in wenigstens so viel Helfer investiert, dass auf einer einigermassen realistischen Ebene gearbeitet werden kann, ist bei einer solchen Veranstaltung doch wohl das Mindeste. Bei aller Liebe zu Basel, solche Schlampereien sollte man eigentlich gar nicht unterstützen.
Wie schön, dass du dich auch bekannt gibt’s und dich nicht einfach hinter einem Pseudonym versteckst. Ansonsten ist auch lobenswert, wie fundiert du dein Problem darstellst und der BScene so die Möglichkeit gibt’s deine Kritik konstruktiv umzusetzen.
Alles in Allem sehr brauchbar und sehr sportlich…
ich finde anonyme beiträge in der regel auch feige, aber:
so wie die bscene auf den kritischen artikel von strittmatter reagiert hat, kann leicht die befürchtung aufkommen, dass man zum letzten mal an der bscene gespielt hat, wenn man sie kritisiert. der anteil der mit der bscene unzufriedenen musiker ist jedoch viel höher als es von den veranstaltern wahrgenommen wird/werden will. und hier geht es den wenigsten musikern ums geld sondern darum, ernst genommen zu werden.
inhaltlich (- vielleicht ein bisschen gemässigter formuliert -) kann ich den beitrag von ‘pissed off’ durchaus bestätigen. er deckt sich mit eigenen erfahrungen. ausserdem ist es billig, von einem beitrag sachlichkeit zu verlangen, wenn man es selber jahrelang verschlampt, die infos zu veröffentlichen, welche die grundlage für eine sachliche diskussion bilden könnten.
damit keine missverständnisse aufkommen:
ich bin ein freund der bscene seit ihrer gründung. aber gerade weil die bscene eine herzensangelegenheit ist, schaue ich nicht einfach nur zu, wenn ich das gefühl habe, dass etwas in die falsche richtung läuft. enttäuschend finde ich, das die bscene lieber einen auf gekränkte leberwurst macht als den kontakt zu den unzufriedenen musikern zu suchen.
Liebe Musiker, dann meldet euch bei uns mit Feedback (wie wir schon ganz am Anfang geschrieben haben). Was ist schief gelaufen? Was war das Problem? Wie könnte es sich beheben lassen? Ein Event dieser Grössenordnung ist ein komplexes Unterfangen. Dass dabei Dinge schief gehen, liegt auf der Hand. Wir können das aber nur mit eurer Hilfe verbessern.
Und nein: Keiner, der sich die Mühe macht, konstruktives Feedback zu geben, muss um seine Auftritttsmöglichkeiten fürchten.